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Öffnungszeiten

Mo-Fr
Sa
Mo-Fr

09 - 13:00 Uhr
09 - 12:30 Uhr
15 - 18:30 Uhr
(nicht Mittwoch)


Adresse:

35085 Ebsdorfergrund
Dreihausen
Dreihäuser Str. 4
Tel. 06424/70334
Fax 06424/923056


Dr.Werner Garbade
Dreihäuser Str. 37 heute
Foto: Andrea Vogel


  

 

Geschichte der Apotheke

1949 wurden, nicht nur im Kreis Marburg viele Apotheken gegründet. Hier waren es zwei im späteren "Stadt" Allendorf, je eine in Cappel, Cölbe, Dreihausen und Münchhausen, drei in der Stadt Marburg, dazu noch weitere im damaligen Kreis Biedenkopf. Außer in Marburg und Biedenkopf gab es in den genannten Orten vorher keine Apotheken. In Biedenkopf gab es nur eine ältere und in Marburg fünf. Die Ursache der Neugründungen liegen in erster Linie in der Niederlassungsfreiheit in der amerikanischen Zone Hessen. Auch von den Flüchtlingen, die aus Städten auf die Dörfer kamen, wurden an das Gesundheitswesen erhöhte Ansprüche gestellt.

So eröffneten nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Praktische Ärzte ihre Arztpraxen in Dreihausen. Früher kamen Ärzte aus Homberg, Allendorf/Lumda und Ebsdorf nach Dreihausen und auch die Arzneien holte man meist aus Allendorf/Lumda. Ein längerer Fußmarsch war dazu erforderlich. In Dreihausen wohnte nach dem Krieg der Apotheker Friedrich Rau, ein naher Verwandter der Pfarrersfamilie der renitenten Gemeinde. Er hatte seine Approbation (Bestallung als Apotheker) 1937 erhalten und arbeitete in der privilegierten Trauben-Apotheke in der Reitgasse in Marburg. Er fuhr täglich mit der Kreisbahn nach Marburg und nahm die Dreihäuser Rezepte mit in die Stadt. Abends brachte er die Medikamente ins Pfarrhaus, wo sie dann aufgereiht wurden und abgeholt werden konnten. Es entstand ein Rezeptsammel- und Botendienst in größerem Umfang. Dieser nahm solche Ausmaße an, daß im Oktober 1949 in Dreihausen eine Apotheke gegründet werden mußte. Es wurde eine Zweigapotheke der Trauben-Apotheke. Eine Zweigapotheke, das ist eine Apotheke, die nicht über alle Räumlichkeiten einer Vollapotheke verfügen muß, daher auch nicht alles allein machen kann und wirtschaftlich von der Mutterapotheke abhängig ist, den selben Besitzer hat.

Apotheke in Dreihausen - Zweigapotheke der Trauben-Apotheke in Marburg, Besitzer Apotheker Martin Opfer

Diese Zweigapotheke wurde nun eingerichtet im Ortsteil Oberhausen Haus.-Nr.5, jetzt Dreihäuser Str. 37. Hier befand sich vorher eines von damals neun(!) Lebensmittelgeschäften. Verwendung fanden in der damaligen sparsamen Zeit selbstverständlich Geräte, Gefäße und Bücher, die in der Marburger Apotheke nicht mehr gebraucht wurden oder doppelt waren. So findet man heute in Dreihausen noch alte Arzneibücher und andere Nachschlagewerke mit dem Stempel der Trauben-Apotheke Marburg. Und entfernt man von Porzellangefäßen die neueren Etiketten erscheinen die Namen von alten Arzneibestandteilen, die 1949 in Marburg schon nicht mehr benötigt wurden. Diese Namen wurden mit einem neuen Etikett überklebt und mit einem Lacküberzug wasserfest gemacht. An alten Geräten aus dem Marburger Bestand sei eine Rezepturwaage der Firma Hermann Faubel, Cassel erwähnt, die ältesten Eichzeichen stammen aus dem Kaiserreich. Sie ist heute noch in Benutzung, der Meßingenieur von Eichamt ist über die Genauigkeit, die er bei den regelmäßigen Nacheichungen alle vier Jahre kontrolliert, immer wieder begeistert. Nicht mehr gebraucht wird die alte Pillenmaschine, das Pillenbrett. Hier kam das Gerät, das in Marburg für Giftpillen Verwendung fand, in allgemeine Benutzung.

Noch heute erreichen die Apotheke Briefe von Firmen mit der Anschrift "Trauben-Apotheke Dreihausen über Marburg".

Die ersten Dreihäuser Einträge in noch vorhandenen Büchern sind Angaben zu vorrätigen Betäubungsmittelbestand und zu den ersten Abgaben dieser starken Schmerzmittel an Dreihäuser Patienten: Der Startbestand war am "18. X.49": 16,2 g Morphin, 4,5 g Pantopon, 25,0 g Opium, 5,0 g Opiumextrakt und 128,0 g Opiumtinktur. Schon am "19/X." wurde ein halbes Gramm Opiumtinktur abgegeben. Bis Ende des Monates waren es insgesamt 16,0 g und 0,7 g Morphin auf 8 Verschreibungen. (bis Ende des Jahres 35,0 g, 1,3 g und 0,2 g Pantopon; 1950 wurden es 459,25 g, 5,94 g, 2,6 g und 0,18 g Opiumextrakt). Das sind Mengen, die man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann. Eine exakte Bestandsführung, wie heute bei diesen Mitteln vorgeschrieben, gab es damals noch nicht, in späteren Jahren wurden die Einzelrezepte zu Monatsverbräuchen addiert.

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Apotheke in Dreihausen - Dr. Werner Garbade - 35085 Ebsdorfergrund-Dreihausen - Dreihäuser Str.4 - Tel. 06424/70334 - Email