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Adresse:

35085 Ebsdorfergrund
Dreihausen
Dreihäuser Str. 4
Tel. 06424/70334
Fax 06424/923056


  

 

Geschichte der Apotheke

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Doch bevor die Apotheke umziehen konnte mussten einige Hindernisse beseitigt werden: So gab es Probleme mit der Umlegung des Fernmeldeanschlusses. Ein entsprechender Antrag wurde am 14.5.1970 gestellt und am 2. 7. 1970 mit der Begründung abgelehnt, der Stromweg würde fehlen und an freien Amtseinrichtungen würde es mangeln. Nach einem bitterbösen Brief an das Fernmeldeamt, die Angaben seien nicht stichhaltig, da die Nachbarn des Neubaus ja auch Anschlüsse hätten und man mit einer solchen Ablehnung die Schließung der Apotheke verursachen würde, ging es unter Androhung der Kontaktaufnahme mit Gesundheitsamt und Regierungspräsidium dann doch. Aber auch bei diesem Umzug war das Regierungspräsidium nicht rechtzeitig zur Stelle. Nachdem alle notwendigen Unterlagen zur Genehmigung der Betriebserlaubnis im Oktober nach Kassel gegangen waren und der genaue Umzugstermin 5.12.1970 schriftlich am 24.11.1970 mitgeteilt wurde, erschien an diesem Tag kein Pharmazierat zur Abnahme der Apotheke. Telefongespräche mit Kassel erlaubten dann inoffiziell die Eröffnung der Apotheke. Statt des Kasseler Beamten kam am 11. Dezember dann der ehrenamtliche Pharmazierat aus Marburg, der als "Nachbar" üblicherweise keine Besichtigungen durchführt, zusammen mit einem Medizinaldirektor. Normalerweise wäre es der Pharmaziedirektor aus Kassel und ein ehrenamtlicher Pharmazierat aus einem anderen nordhessischen Kreis gewesen. Die anwesenden Beamten prüften nun etwas strenger als üblich. So wurde z. B. reklamiert, daß noch nicht alles ausgepackt war, was beispielsweise an Laborgeräten noch nicht gebraucht wurde. Deshalb wurden bei einer Vollzähligkeitsüberprüfung auch nicht alle vorgeschriebenen Geräte gefunden. Ein Giftbuch mußte nun zu einer amtlichen Seitendurchnummerierung zum Landratsamt gesandt werden, obwohl es 20 Jahre ohne Beanstandung und ohne daß sich Vorschriften dafür geändert hatten, verwendet wurde. Besonders kritisiert wurde natürlich die fehlende Betriebserlaubnis und damit indirekt die Kasseler Behörde, die diesen Vorgang verschlampt hatte.

Offizin 297/1 Rolf Garbade

Neu erwähnt wurde in der Niederschrift zum ersten Mal, von Boten abgesehen, angestelltes Apothekenpersonal außerhalb der eigenen Familie, nämlich eine Teilzeit-Apothekenhelferin aus Dreihausen. Schriftlich festgehalten wurden ab diesem Zeitpunkt auch die sogenannten Rezeptsammelstellen. 1970 befanden sich solche in Rüddingshausen, Leidenhofen, Ebsdorf und Hachborn. Rezeptsammelstellen dienen dazu, die Versorgung der Bevölkerung von abgelegenen Orten oder Ortsteilen ohne Apotheke zu vereinfachen. Sie müssen nicht in jedem Einzelfall in die entfernt gelegene Apotheke fahren, sondern werfen die mit genauer Anschrift versehenen Rezepte in einen Sammelkasten und bekommen ihre Arznei daraufhin ins Haus gebracht. Sonst ist das Bringen von Arzneien nur in begründeten Ausnahmefällen und auch nur durch Apothekenpersonal erlaubt. Die Rezeptsammelstelle in Rüddingshausen wurde in den Folgejahren nicht mehr aufgeführt. Die Genehmigungen mußten in der Folgezeit regelmäßig beim Regierungspräsidenten erneuert werden und Rüddingshausen gehörte zum anderen Regierungsbezirk (Darmstadt), war also in diesem Sinne "Ausland". Andere Dörfer des Ebsdorfer Grundes galten nicht als abgelegen, da sie sich zu dicht an Apothekenstandorten befanden. Dies gilt erst recht heutzutage, da inzwischen die Apothekenzahl zugenommen hat - die Apothekendichte im Ebsdorfer Grund liegt deutlich über dem hessischen Durchschnitt -, und damit die Entfernungen abgenommen haben, auch ist die Bevölkerung durch den Individualverkehr viel mobiler geworden. Für die Bevölkerung z. B. in Hachborn ist es dadurch etwas umständlicher geworden, an ihre Medikamente zu kommen. Die zugrundeliegende Vorschrift dient aber der Arzneimittelsicherheit. Nur im persönlichen Gespräch in der Apotheke können alle individuellen Probleme geklärt werden.

Die Kasseler Erlaubnisurkunde zum Betrieb in den neuen Räumen wurde dann übrigens nachträglich doch auf den 5. Dezember 1970, den Umzugstag, ausgestellt. Die Behörde hat also alles termingemäß erledigt!

Auch beim eigentlichen Umzug der Apotheke gab es besondere Probleme. Die Spedition konnte die empfindlichen geeichten Präzisionswaagen nicht mit ihren Fahrzeugen befördern, denn die Straßen in Dreihausen waren wegen der Kanalisationsarbeiten schlechtere Feldwege. Dreihausen bekam damals als erstes Dorf der Umgebung eine Kanalisation! So wurden diese Geräte äußerst vorsichtig zu Fuß zum neuen Apothekenstandort getragen.

In den siebziger Jahren wurden vorübergehend noch in Heskem und Wittelsberg Rezeptsammelstellen genehmigt, ansonsten gab es Änderungen im Personal. Die Apothekenhelferin schied für etliche Jahre aus, weil sie Kinder bekam und Anlernhelferinnen kamen dazu (aus Dreihausen und Ebsdorf), die nach bestandener Prüfung weiter beschäftigt wurden.

Offitin 297/2

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